TL;DRAbstract
Es scheint von vornherein problematisch zu sein, von dem fürsorgerischen Handeln zu sprechen. Das, was unter diesem Begriff subsumiert werden kann, ist so vielgestaltig, daß die Suche nach dem vereinheitlichenden Moment dieser Vielgestaltigkeit leicht zu vagen und operational kaum faßbaren Begriffen führt — sei es, daß man den “Bezug auf soziale Not” als den “entscheidend vereinheitlichenden Faktor” betrachtet, wie Eva Koblank (140), sei es, daß man, wie Scherpner, alles fürsorgerische Handeln auf den Tatbestand Hilfe zurückführen zu können glaubt und in diesem eine “Urkategorie des menschlichen Handelns” sieht (141). Derartige Abstraktionen und Rückgriffe auf ein “letztes Wesen” fürsorgerischen Handelns behindern im Grunde die soziologische Analyse. Sie verleihen der Fürsorge den Charakter des sozial Unbedingten; sie erwecken den Eindruck, die soziale Entwicklung verliefe sozusagen unabhängig von diesem letzten Wesen, dieses sei eine geschichtsenthobene Konstante.
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Es scheint von vornherein problematisch zu sein, von dem fürsorgerischen Handeln zu sprechen. Das, was unter diesem Begriff subsumiert werden kann, ist so vielgestaltig, daß die Suche nach dem vereinheitlichenden Moment dieser Vielgestaltigkeit leicht zu vagen und operational kaum faßbaren Begriffen führt — sei es, daß man den “Bezug auf soziale Not” als den “entscheidend vereinheitlichenden Faktor” betrachtet, wie Eva Koblank (140), sei es, daß man, wie Scherpner, alles fürsorgerische Handeln auf den Tatbestand Hilfe zurückführen zu können glaubt und in diesem eine “Urkategorie des menschlichen Handelns” sieht (141). Derartige Abstraktionen und Rückgriffe auf ein “letztes Wesen” fürsorgerischen Handelns behindern im Grunde die soziologische Analyse. Sie verleihen der Fürsorge den Charakter des sozial Unbedingten; sie erwecken den Eindruck, die soziale Entwicklung verliefe sozusagen unabhängig von diesem letzten Wesen, dieses sei eine geschichtsenthobene Konstante.
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