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Politische Psychologie, politische Identität

Axel-R. Oestmann-1988-01-01-VS Verlag für Sozialwissenschaften eBooks
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TL;DRAbstract

Wer heute von Politischer Psychologie sprechen will, findet seinen Gegenstand seltsam entaktualisiert vor: Psychologen äußern sich nur selten zu politischen Fragen. Selten auch reflektieren sie den Zusammenhang zwischen ihren Methoden, Theorien, Begriffen, den Organisationsformen ihrer Arbeit und sozialen Prozessen. Es überwiegt deutlich die äußerliche Anwendung psychologischen Denkens — was immer das sein mag — auf Geschehensabläufe. Als sei die Identität des Psychologen durch seine Moral, die gleichsam die "Richtigkeit" der Anwendung seiner wissenschaftlichen Ansichten regelt, immer schon vorab gesichert, eilt er den Geschehnissen interpretierend nach und ignoriert den einfachen Sachverhalt, daß er kategorial immer schon da war. Man mag derlei Phänomene der wissenschaftlichen Spezialisierung und der gesellschaftlichen Arbeitsteilung zurechnen. Doch im Falle der Politischen Psychologie wäre das bloße Ausrede: sie ist, ob sie will oder nicht, aus Gründen ihrer Empirie und der spezifisc

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Wer heute von Politischer Psychologie sprechen will, findet seinen Gegenstand seltsam entaktualisiert vor: Psychologen äußern sich nur selten zu politischen Fragen. Selten auch reflektieren sie den Zusammenhang zwischen ihren Methoden, Theorien, Begriffen, den Organisationsformen ihrer Arbeit und sozialen Prozessen. Es überwiegt deutlich die äußerliche Anwendung psychologischen Denkens — was immer das sein mag — auf Geschehensabläufe. Als sei die Identität des Psychologen durch seine Moral, die gleichsam die "Richtigkeit" der Anwendung seiner wissenschaftlichen Ansichten regelt, immer schon vorab gesichert, eilt er den Geschehnissen interpretierend nach und ignoriert den einfachen Sachverhalt, daß er kategorial immer schon da war. Man mag derlei Phänomene der wissenschaftlichen Spezialisierung und der gesellschaftlichen Arbeitsteilung zurechnen. Doch im Falle der Politischen Psychologie wäre das bloße Ausrede: sie ist, ob sie will oder nicht, aus Gründen ihrer Empirie und der spezifisc

Keywords

HumanitiesPhilosophy

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