Die Darstellung der „bürgerlichen“ Politikwissenschaft in der gesellschaftswissenschaftlichen Literatur der DDR
TL;DRAbstract
Während in der Sowjetunion die Politikwissenschaft akademisches Bürgerrecht erkämpft hatte und einer ihrer Vertreter, Schachnasarow, von der „Globalisierung der Politikwissenschaft“ sprach und damit gegen „ideologische Feindbilder“ in der Wissenschaft auftrat (Schachnasarow 1988, S. 60ff.), wurde diese Entwicklung in der DDR von offizieller Seite mit „Besorgnis“ zur Kenntnis genommen. „Streit der Ideologien“ — ja, aber keine Einebnung der „ideologischen Gegensätze” verkündete im Frühjahr 1989 Gregor Schirmer, stellvertretender Abteilungsleiter für Wissenschaften beim Zentralkomitee der SED in einem Vortrag an der Leipziger Universität. Anlaß für diese Bemerkung gab eben jener Beitrag von Schachnasarow, in dem er sich gegen das Epitheton „bürgerlich“ im Zusammenhang mit der Charakterisierung der westlichen Politikwissenschaft wandte. Damals fand Schachnasarows Argumentation auch in internen Diskussionen nur wenig Fürsprache. Zu stark wirkte eine Art „Zwei-Welten-Theorie“ in der Wissensc
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Während in der Sowjetunion die Politikwissenschaft akademisches Bürgerrecht erkämpft hatte und einer ihrer Vertreter, Schachnasarow, von der „Globalisierung der Politikwissenschaft“ sprach und damit gegen „ideologische Feindbilder“ in der Wissenschaft auftrat (Schachnasarow 1988, S. 60ff.), wurde diese Entwicklung in der DDR von offizieller Seite mit „Besorgnis“ zur Kenntnis genommen. „Streit der Ideologien“ — ja, aber keine Einebnung der „ideologischen Gegensätze” verkündete im Frühjahr 1989 Gregor Schirmer, stellvertretender Abteilungsleiter für Wissenschaften beim Zentralkomitee der SED in einem Vortrag an der Leipziger Universität. Anlaß für diese Bemerkung gab eben jener Beitrag von Schachnasarow, in dem er sich gegen das Epitheton „bürgerlich“ im Zusammenhang mit der Charakterisierung der westlichen Politikwissenschaft wandte. Damals fand Schachnasarows Argumentation auch in internen Diskussionen nur wenig Fürsprache. Zu stark wirkte eine Art „Zwei-Welten-Theorie“ in der Wissensc
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