Altersarmut — Frauenarmut: Dimensionen eines sozialen Problems und sozialpolitische Reformoptionen
TL;DRAbstract
Altersarmut — gibt es die noch? Liest man die Alten- und Familienberichte der Bundesregierung (Bundesministerium für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit 1989; Bundesministerium für Familie und Senioren 1993) oder die gängige psychogerontologische Literatur (Schmitz-Scherzer, Kruse, Olbrich 1990; Baltes/Kohli/Sames 1992), so hat sich der traditionelle Zusammenhang zwischen Armut und Alter im Zuge der allgemeinen Steigerung des Lebensstandards und des Ausbaus der Sozialpolitik aufgelöst. Unterversorgung, Mangellagen und Armut von älteren Menschen werden als auslaufende Randprobleme definiert. Das aktuelle Bild über die Lebenslage und Lebensführung der älteren Generation sieht anders aus:1 Kennzeichen sind ein verbreiteter finanzieller Wohlstand, umfassende so-ziale Absicherung, ungebrochene Kompetenz, Mobilität, Flexibilität und Unabhängigkeit. Die Rede ist von den “neuen” oder “jungen” Alten, deren Lebenswirklichkeit und Selbsteinschätzung sich grundlegend vom traditionellen, negativ
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Altersarmut — gibt es die noch? Liest man die Alten- und Familienberichte der Bundesregierung (Bundesministerium für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit 1989; Bundesministerium für Familie und Senioren 1993) oder die gängige psychogerontologische Literatur (Schmitz-Scherzer, Kruse, Olbrich 1990; Baltes/Kohli/Sames 1992), so hat sich der traditionelle Zusammenhang zwischen Armut und Alter im Zuge der allgemeinen Steigerung des Lebensstandards und des Ausbaus der Sozialpolitik aufgelöst. Unterversorgung, Mangellagen und Armut von älteren Menschen werden als auslaufende Randprobleme definiert. Das aktuelle Bild über die Lebenslage und Lebensführung der älteren Generation sieht anders aus:1 Kennzeichen sind ein verbreiteter finanzieller Wohlstand, umfassende so-ziale Absicherung, ungebrochene Kompetenz, Mobilität, Flexibilität und Unabhängigkeit. Die Rede ist von den “neuen” oder “jungen” Alten, deren Lebenswirklichkeit und Selbsteinschätzung sich grundlegend vom traditionellen, negativ
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