Klassen, Schichten, Religionen. Über die sozialstrukturellen Grenzen religiöser Individualisierung
TL;DRAbstract
Thomas Luckmanns Beitrag zur Religionssoziologie ist unbestritten. Mit seinem anthropologisch fundierten, funktionalen Religionsbegriff ist es ihm gelungen, die ethnozentrischen Engführungen eines christlichen Religionsverständnisses zu überwinden und den Blick für die Vielfalt und Vielgestaltigkeit des Religiösen zu öffnen. Allerdings hat Luckmanns reiner Funktionalismus auch einen entscheidenden Nachteil: Er ist blind gegenüber der inhaltlichen Diversität des religiösen Bedürfnisses nach Transzendenz. Mit der Vernachlässigung dieser materialen Dimension klammert Luckmann Aspekte des Religiösen aus, die in (religions-) soziologischer Hinsicht höchst relevant sind: In den inhaltlichen Ausformulierungen eines religiösen Weltbildes spiegeln sich sowohl die Motive der Trägergruppen als auch die Bedürfnisse der angesprochenen Laien wider. In diesen Wahlverwandtschaften zwischen „Ideen“ und „Interessen“ kommt die ungleiche Verteilung von Erlösungs- und Daseinschancen zum Tragen, die für ein
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Thomas Luckmanns Beitrag zur Religionssoziologie ist unbestritten. Mit seinem anthropologisch fundierten, funktionalen Religionsbegriff ist es ihm gelungen, die ethnozentrischen Engführungen eines christlichen Religionsverständnisses zu überwinden und den Blick für die Vielfalt und Vielgestaltigkeit des Religiösen zu öffnen. Allerdings hat Luckmanns reiner Funktionalismus auch einen entscheidenden Nachteil: Er ist blind gegenüber der inhaltlichen Diversität des religiösen Bedürfnisses nach Transzendenz. Mit der Vernachlässigung dieser materialen Dimension klammert Luckmann Aspekte des Religiösen aus, die in (religions-) soziologischer Hinsicht höchst relevant sind: In den inhaltlichen Ausformulierungen eines religiösen Weltbildes spiegeln sich sowohl die Motive der Trägergruppen als auch die Bedürfnisse der angesprochenen Laien wider. In diesen Wahlverwandtschaften zwischen „Ideen“ und „Interessen“ kommt die ungleiche Verteilung von Erlösungs- und Daseinschancen zum Tragen, die für ein
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